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vom Volk liebevoll „Sisi" genannt, war in Possenhofen aufgewachsen und liebte den Starnberger See über alles. 24 Spommer zwischen 1870 und 1894 entfloh sie dem strengen Wiener Hofzeremoniell und verbrachte einige Wochen in der alten Heimat. Mit ihrem Hofstaat der bis zu 50 Personen und 18 Pferde umfasste, logierte sie damals im damaligen Hotel Strauch in Feldafing. Sie wanderte, schwamm im See, ritt aus und traf sich viele Male mit ihrem Cousin Ludwig II.in Schloss Berg und auf der legendären Roseninsel.
Es war ein Glücksfall, dass sich unter altem Hausrat ein handgeschriebenes Rezeptheft fand mit sechs Speisefolgen, die während der Aufenthalte zwischen 1886 und 1892 zubereitet wurden. Es handelt sich dabei um verfeinerte bayerische Küche. Die Menüs umfassen durchweg zehn bis zwölf Gänge, mit einem deutlichen Schwerpunkt bei den Desserts. Die Rezepte dazu wurden für 4 – 6 Personen ausgerichtet und aktualisiert.

Aber das Buch ist weit mehr als ein Kochbuch. Liebevoll bebildert mit Material aus Archiven und Antiquariaten, übernimmt es Texte des Heimatforschers Ferdinand Kistler über Details von Sisis Besuchen in Feldafing und ihren Treffen mit Ludwig. Eingestreut sind sieben Gedichte, in denen sie im romantischen Tonfall, sich selbst als Möwe und Ludwig als Adler besingt und die Landschaft und den See schwärmerisch preist. Alls Texte, auch die Gedichte sind ins Englische übersetzt, nur für das Wort „Schupfnudeln" fand sich offenbar kein geeignetes englisches Pendant. – Insgesamt ein „Schmankerl" für Heimatliebende.
Bayern im Buch 2/2004
Christa Mathies
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